Dem Giro d’Italia auf der Spur – mit dem Rennrad im Friaul

2014 06 giro friuli

Dieses Jahr brach ich mit einer Gewohnheit – statt der schon fast traditionellen Rad-Woche auf Mallorca im Spät-Frühjahr gab ich mir eine Woche Polnisch-Sprachkurs. Brainfood statt Wadel-Pflege.

Dass ich dieses Jahr noch eine Gelegenheit erhalten würde auswärtig paar Rennrad-Kilometer hintereinander zu machen war also nicht geplant. Umso feiner dass ich das spontan zum Teil nachholen konnte.

Friuli – auf gut Deutsch Friaul – einer der nördlichsten Gegenden Italiens war das Ziel des gemeinsam Urlaub mit der besten S.

Über Essen, Sightseeing im Friaul – wenn auch mehr als lohnend – werdet ihr in dem Eintrag nix finden, dafür lege ich Euch das Blog Tutto Friuli ans Herz, das von zwei Wienern brav gefüllt wird. Auf Empfehlung eines der Co-Autoren waren S. und ich auch das erstemal im Friaul.

Weil S. aber noch nicht 100% fit war gabs im Rahmen unserer Urlaubstage mehr als einmal die Gelegenheit die Strassen Friauls  rund um Udine auf ihre Rennrad-Tauglichkeit hin zu prüfen.

So schlecht dürfte die nicht sein, war doch auch der diesjährige Tross des Giro d’Italia mit der Schluss Etappe (Gemona – Triest) in der Gegend. Und eher ungeplante Weise bin ich dann auch einen kleinen Teil dieser Strecke inkl. deren Bergwertung nachgefahren. Doch alles der Reihe nach.

Genaue Routenplanung zuhause in Österreich habs stressbedingt leider keine, daher musste alles vor Ort passieren. Das geht bei mir mittlerweile recht fix – die Kombi aus der wirklich nützlichen Website gpsies.com zur Tourenplanung und meinem Garmin Edge 800 sind da Touren recht schnell geplant und zum Nachfahren bereit, ohne dass ich an jeder Ecke stehen bleiben muss um in einer Karte nachzusehen.

Was das ganze im Friaul – zumindest in der Gegend von Udine wo ich unterwegs war – erleichtert, ist die Tatsache dass fast alle Strassen zum Radeln geeignet sind. Aufpassen muss man nur bei den nicht wenigen Schotterstrassen die mir das eine oder andere mal in die Routenplanung gerutscht sind.

Obwohl man permanent panoramamässig von den Karnischen Alpen begleitet wird, sind im Friaul schöne lange Touren mit moderaten Höhenmetern problemlos möglich. Sollte einem die Lust nach knackigen Anstiegen packen, so sind jederzeit mit Ausfahrten Richtung Süden – Richtung Slowenien eine Menge an Höhenmetern fahrbar.

Ich selber erliege diesem Risiko nicht so wirklich und daher waren die freundlich geringe Anzahl an Höhenmetern in meinen Touren mehr als willkommen. Die Runde die im Lauf der Tage zu meiner Lieblings-Tour wurde war dann auch eher seltenem Charakter – eine geschlossene Runde die gefühltermassen mehr bergab als bergauf ging – die war perfekt für mich.

Das war dann wohl auch der Grund warum ich die öfters fuhr, war sie landschaftsmässig und vom Profil sehr abwechslungsreich. Durch kleinere Ortschaften, über feine Bäche und dann rauf die „Bergwertung“ auf den Passo di Monte Croce. Über schöne Serpentinen gings dann bergab. Als ich in einem der folgenden Orte ein rosa Kunstwerk einer Volksschule sah:

Da dämmerte es mir – ich war auf den Spuren des Giro unterwegs – das war auch der Grund warum auf dem Teil der Route der Asphalt so schön neu und glatt war. Das war auch schon  der einzige kleine Wermutstropfen im Friaul – die Strassen sind hier teilweise im suboptimalen Zustand.  Für normale Touren-Räder kein Problem – für mein Rennrad und mich eine recht schüttelige Angelegenheit. Da kommt selbst das Wald- oder Weinviertel strassenzustandsmässig wesentlich besser weg.

Wie ich schon in anderen Teilen Italiens erleben konnte, verhalten sich italienischen Autofahrer wesentlich entspannter und respektvoller gegenüber Radfahrern auf der Strasse als in Österreich – kein Wunder bei der Menge an Radlern die auf den Strassen unterwegs sind – so waren auch die grösseren Strassen verkehrstechnisch relaxt wie die Locals selber.

Fazit

Friaul ist eine richtig interessante Rad-Region, sei es für Rennrad oder auch per Mountainbike. Die Nähe zu Österreich macht es zur interessanten Alternative vor allem um Radkilometer mit wenig Höhenmetern zu machen. Ein Abstecher zum Meer ist auch immer möglich. Richtig wärmer ist es im Friaul im Vergleich zu Österreich nicht (Klimatabelle Friaul) daher können richtig frühe Trainingslager temperatur- und wettertechnisch durchaus herausfordernd sein.

Die Unmenge an potentiellen Runden, die hohe lokale Rad-Begeisterung und einer der schmackhaftesten Küchen was Kohlehydrat-Bunkern betrifft macht das aber mehr als wett. Das Friaul wird sicher wiedermal mich und meine Räder sehen.

Last but not least hier noch paar Impressionen von den Radrunden:

Written by Manuel